Irland (Hibernia) bestand ursprünglich aus einem Flickwerk rivalisierender Stämme und Königreiche, den Tuaithe, die unablässig Kriege gegeneinander führten und damit feindliche Invasionen erleichterten. Im 7. Jahrhundert aber entwickelte sich die Vorstellung einer politischen Einheit, und zwar in Gestalt eines irischen Hochkönigs (des Ard-Rí na hÉireann), der einen gewissen Einfluss auf die anderen Machthaber in Irland ausüben sollte. Im 9. Jahrhundert mussten sich die Iren der Bedrohung durch die Invasionen der Nordmänner stellen. Zersplittert und geplagt von inneren Streitereien konnten sie die Eindringlinge nicht zurückschlagen und mussten hinnehmen, dass sich diese im Westen niederließen und ein großes Handelszentrum gründeten – Dublin. Als Brian Boru zum Hochkönig aufstieg, erhoben sich die Iren als ein vereintes Königreich gegen die Wikinger, aber nicht einmal ihr Sieg in der Schlacht von Clontarf im Jahre 1014 reichte aus, um die nordischen Siedler zu vertreiben. Diese blieben schließlich in Irland, bis mit den Anglo-Normannen neue Eindringlinge eintrafen.