Die Jomswikinger, oder Wikinger der Jomsburg, werden in mehreren isländischen Sagas erwähnt, und eine von ihnen, passenderweise die Saga der Jomswikinger genannt, dreht sich sogar hauptsächlich um sie. Sie waren eine Gruppe von Söldnern, eine auserwählte Bruderschaft, die in der Jomsburg hauste, einer Festung, die unseres Wissens nach im heutigen Pommern lag. Jeder Anwärter auf einen Platz in den Rängen der Jomswikinger musste eine Reihe körperlicher Prüfungen bestehen, die in einem ritualisierten Kampf gegen ein anderes Mitglied der Bruderschaft gipfelten (der Holmgang). Ein strenger Kodex bestimmte das Leben auf der Jomsburg, und jeder Verstoß gegen die Regeln wurde streng bestraft, nicht selten sogar mit dem Tod. Während ihres zweihundertjährigen Bestehens nahmen die Jomswikinger an den Kämpfen zwischen den skandinavischen Königreichen teil und dienten dabei immer demjenigen, der am meisten zu zahlen bereit war. Wenn erforderlich, betrogen sie dabei sogar ihren aktuellen Dienstherrn. Obwohl ein Ehrenkodex das Leben in der Jomsburg regelte, beeinflusste dieser offensichtlich niemals ihre Beziehungen zur Außenwelt! Die Jomswikinger verschwanden in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts, als Magnus der Erste, König von Norwegen, beschloss, die lästigen Söldner ein für alle Mal loszuwerden. Er zerschlug die Bruderschaft, indem er ihre Festung niederbrannte und die Bewohner abschlachtete. Auch wenn Historiker die Existenz der Jomswikinger anzweifeln, hinterließen sie zweifellos eine Spur in den Sagas der Wikinger, die wir nicht ignorieren konnten, und daher haben.