Die Nordmänner der frühen Invasionen waren nicht nur auf Beute und Reichtümer aus, die sie zurück in ihre Königreiche bringen konnten, sondern suchten auch nach Land, das ihnen bessere Lebensbedingungen als ihre gefrorene Heimat in Nordeuropa bot und auf dem sie siedeln und Königreiche gründen konnten. Die ältesten Aufzeichnungen über die Gründung wikingischer Kolonien in den überfallenen Ländern gehen auf das 9. Jahrhundert zurück. Einige dieser Kolonien, die zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert entstanden, beeinflussten schließlich auch die Lebensweise der Nordmänner. Die Siedlungen der Wikinger in den gälischen Teilen Irlands, auf den Orkneys sowie der Isle of Man führten zu einer Vermengung von wikingischer und einheimischer Kultur. Die Veränderungen der Wikinger waren so drastisch, dass sie später nur noch die Nordischen Gälen genannt wurden (oder Hiberno-Norse im Falle der irischen Wikinger).

Diese kulturelle Mischung drückte sich in Kunst, Todesritualen (besonders auf der Isle of Man), Kriegsführung und Religion aus (die Wikinger dieser Kolonien wurden während des 11. Jahrhunderts christianisiert). Obwohl die meisten Kolonien offiziell von ihren skandinavischen Herrschern regiert wurden, agierten sie in Wirklichkeit weitgehend autonom. Die bekannteste dieser frühen Siedlungen ist die Stadt Dublin, die von den Wikingern als Handelszentrum gegründet wurde und außerdem als Basis für die Beeinflussung der irischen Politik diente. Mit dem Aufstieg der Normannen zur treibenden Kraft im westlichen Europa waren die Tage dieser Kolonien gezählt. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts hatten die Normannen (oder ihre ortsansässigen Nachfolger) sie ausnahmslos erobert, aber bis zum heutigen Tage bleibt das Erbe der Wikinger spürbar und zeugt von ihrer Integration in die gälische Welt.